Ikebana
Ikebana bedeutet frei übersetzt „Lebendige Blume“ und ist ein wichtiges Element der traditionellen japanischen Kultur. Ikebana ist die Kunst, Pflanzen in geordneter und künstlerischer Art zu verbinden, sodass sich die Menschen an ihrer Schönheit erfreuen können.
Die Anfänge gehen etwa sechs Jahrhunderte auf die buddhistischen Rituale des Blumenopfers zurück. Zuerst wurde die Blumenkunst von Mönchen und Adeligen gepflegt. Ab dem 17. Jh. kam es zu einer Vielzahl von Schulgründungen, mit dem Zweck, verschiedene Stile, die sich parallel nebeneinander entfalteten, zu tradieren.
Unabhängig von Epoche und Schule haben die verschiedenen Ikebana-Formen gewisse Grundzüge gemeinsam. Mit „Hana“ (Blume) sind im Ikebana auch frische und getrocknete Zweige und Blätter, Gräser, Moos, Früchte, Samenstände, ebenso wie Knospen oder voll erblühte Blumen gemeint. Komponiert man aus dieser Vielfalt an Material ein Werk, braucht die Auswahl jedes Elementes einen guten Blick und Erfahrung. Technik und Geschicklichkeit sind nötig, um eine Art von Schönheit zu schaffen, die man in der Natur nicht finden kann.
Was Ikebana von rein dekorativen Arrangements unterscheidet, sind die Asymmetrie, der leere Raum und die geistig-essenzielle Reduktion als Grundlagen der Komposition. Entscheidend ist die Harmonie von Blume, Gefäß und Anordnung. Diese Charakteristika der japanischen Ästhetik teilt Ikebana mit traditionellen Künsten wie Malerei, Gartenkunst, Architektur und Design.